“Und, wie weit sind sie?” An einem Märztag im Closewitzer Forst kann diese Frage nur eins meinen: das Blütenwunder im Rautal.

Winterlinge

Winterlinge im Rautal

Wanderweg Winterlinge
Rautal
Winterlinge Macro
Winterlinge
Rautal
Wald Rautal
Winterlinge
Winterlinge im Rautal
previous arrow
next arrow
previous arrownext arrow
Slider

Und an diesem sonnigen Tag liegt der Frühling nicht nur in der Luft. Von Closewitz her gehe ich südostwärts. Schon von Weitem sehe ich, wie gut besucht das obere Rautal selbst unter der Woche ist. Der Wald ist voller gelber Inseln. Besonders zu Beginn meines Rundgangs sind die Hänge mit Winterlingen bedeckt. Sie stehen in voller Blüte und dazwischen sind schon die ersten Bienen unterwegs. Der “Rundweg  Winterlinge” führt anderthalb Kilometer durch einen Laubwald, der seit 1965 als Flächennaturdenkmal “Winterling – Edellaubholzwald” geschützt ist. Hier steht auch eine schätzungsweise 300 Jahre alte Stieleiche (Quercus robur) von fünf Metern Stammumfang.

Über vier Hektar an Fläche bedecken die Winterlinge im Rautal. Dabei handelt es sich um das wohl größte natürliche Vorkommen an Winterlingen in Mitteleuropa. Denn der Winterling (Eranthis hyemalis) stammt ursprünglich aus etwas südlicher gelegenen Gebieten wie Italien, Bulgarien oder Süd-Frankreich. Wahrscheinlich gelangte die Pflanze bereits im Mittelalter durch den Weinbau hierher.

Auf dem Rundweg durch den Closewitzer Forst sehe ich auch immer wieder Muschelkalk. Er ist markant für das Gebiet um Jena. Als Wärmespeicher trägt er dazu bei, dass die Temperaturen im Talkessel wärmer als im übrigen Mitteldeutschland sind. Das begünstige die weite Ausdehnung der Winterlinge hier. Zudem finden die Frühblüher im Closewitzer Forst nährstoffreichen Boden.